Als diplomierter Ökologe habe ich inzwischen Deutschland den Rücken gekehrt... zumindest im Winter. In der dunklen Jahreszeit treibt es mich näher an den Äquator.
Unter der Sonne im südlichen Griechenland liege ich jedoch nicht am Strand. Ich verbringe die Zeit damit, meinen BIO-Olivenhain zu pflegen: Ein kleines Stück Land in den steilen Tälern rund um die Bucht von Kalamata, auf welchem ich zunehmend autark lebe und arbeite.
Auf dieser Seite möchte ich euch einen kleinen Einblick geben.
Wie kann das sein?!
In der Agrarindustrie kommenriesige Erntemaschinen zum Einsatz, welche die meist kleinen Bäume komplett umschließen, um die Früchte von den Zweigen zu saugen. Vor allem bei nächtlicher die Ernte im Schichtbetrieb bedeutet diese Methode für nistende Tiere den sofortigen Tod!
Nicht zuletzt ist die Nutzung von Kunstdünger bei Olivenbauern leider gang und gäbe, um den Bäumen ein Maximum an Ertrag abzuringen. Und "Unkraut" zwischen den Bäumen wird häufig durch die großflächige Anwendung von Herbiziden bekämpft. Was bleibt sind trostlose, kahl-braune Sandwüsten, aus denen Bäume herausragen...
Nicht mit mir!
Mein Olivenhain wird aufwendig gemäht und als Dünger kommt mir höchstens Pferdemist vom nahegelegenen Reiterhof an die Bäume. Um die Olivenfruchtfliege von den wichtigen Öl-Oliven fernzuhalten, ist mein Hain von Speiseoliven durchsetzt, welche der Fliege einen schmackhaften Köder bieten.
Auf chemische Gifte aller Art, deren Rückstände zwangsläufig in das fertige Öl gelangen würden, kann ich daher gut und gern verzichten!
Handarbeit statt Vogelsterben
Schwere Erntemaschinen, die den Hain mit Mineralöl kontaminieren, wird man bei mir niemals finden. Hier werden die Oliven noch umweltschonend vom Baum geschüttelt. Natürlich ist auch bei mir die Zeit nicht stehen geblieben: An die Stelle des traditionellen Rechen sind inzwischen elektrisch motorisierte "Stabrüttler" getreten.
Baumschnitt mit der Kettensäge, die Fontänen von Kettenöl versprüht, ist bei mir ein absolutes Tabu!
Vom Ölbaum in die Ölmühle
Binnen 24 Stunden landen meine Oliven in der Mühle — direkt vom Baum in die Pressung, ohne weite Wege oder lange Lagerung. Dadurch bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten.
Der Transport zur Mühle erfolgt in Jutesäcken. Plastiksäcke, die sich bei dauerhafter Nutzung und Lagerung zu Mikroplastik zerreiben, vermeide ich.
Unser lokaler Olivenmüller ist auf die Pressung von BIO-Ölen spezialisiert.
Das fertige Öl sollte trotz allem kühl und dunkel gelagert sowie innerhalb von 18-24 Monaten verbraucht werden. Je eher, desto gesünder!
"Extra Virgin", aber wirklich
Am Ende meiner Ernte steht ein naturtrübes "Extra Virgin"-Olivenöl, das diesen Namen tatsächlich verdient!
Meinen Erntezeitpunkt wähle ich sehr spät im Jahr. Dadurch werden nur besonders reife Früchte verarbeitet, deren Säuregehalt gering ist. Das Endprodukt brennt nicht unangenehm im Rachen, sondern ist fantastisch mild. Geht runter... wie Öl!